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Januar 2004: aus aktuellem Anlaß mische ich mich ein, hier meine Tirade aufbewahrt ...
	Von: 	  f.iberl@amazonas-box.de
	Betreff: 	A. Roy beim WSF 
	Datum: 	20. Januar 2004 01:48:18 MEZ
	An: 	  globalisierungundkrieg@listen.attac-netzwerk.de, attac-m@attac-muenchen.org

Hallo zusammen,

Meldungen von einer Presseerklärung der DFG-VK scheuchen mich auf - Distanzierung von Arundhati Roy.

Ich suche erst mal: Ich finde den DFG-VK-Text bei der "Jungen Welt" im Web:
   http://www.jungewelt.de/2004/01-20/010.php
und reibe mir die Augen:
"Denn wenn die Schriftstellerin Roy beim Weltsozialforum in Bombay fordere, die Bewegung müsse Teil 
des Widerstands im Irak werden, »dann legitimiert sie auch den militärischen Widerstand«, so der 
DFG-VK-Sprecher. »Frau Roy nimmt damit die gezielte Verstümmelung oder Ermordung von Menschen im 
Irak in Kauf« ..."

Ich suche weiter, auch in der "Jungen Welt" finde ich (via Google News, muß ich unfreiwillig 
zugeben) eine deutsche übersetzung ihrer Rede (mit einem Abschnitt nur als Zusammenfassung), 
auf die sich, so muß ich annehmen, dieser "Hammer" bezieht. Auch hier der Link:
   http://www.jungewelt.de/2004/01-20/003.php

Bitte lest nach: Arundhati Roy diskutiert hier unter anderem ganz praktisch Beispiele von 
Widerstand, die konkret eben nicht militärisch sind oder Bomben schmeißen darstellen - ganz im 
Gegensatz zur diffamierenden Presserklärung der DFG-VK.

Wer Aufruf zum Widerstand quasi automatisch so in Schubladen verpackt, wie es diese 
DFG-VK-Presserklärung tut, kann mir gestohlen bleiben.

Wir müssen doch von Herzen froh sein, wenn eine prominente und unübertroffen kompetente Sprecherin 
eben mit Beispielen aufwartet, wie ziviler Widerstand aussehen kann und treffen könnte. (Auf einem 
anderen Blatt steht, das uns das vermutlich auch überfordert, ich seh mich nur selber an ;-)

Wer bei ausgerechnet bei Arundhati Roy jedem Satz erst sämtliche böswilligen Mißinterpretationen 
Vorschub leitet, dem ist nicht zu helfen.

Ich bestehe inzwischen darauf: jeder, der sich für "mehr Entwicklungshilfe" einsetzt, muß 
ausdrücklich erklären, daß er damit nicht die Bundeswehr meint ...

übrigens: Ihre Ideen haben nichts gemein mit den in meinen Augen untauglichen Versuchen "10 Euro 
für den irakischen Widerstand", der jüngst so merkwürdig bekannt wurde. Nein, einen derartigen 
Stellvertreterwiderstand mit Ablaßzahlungen ;-) beschreibt sie nicht.

pazifistisch und zornig
  Franz Iberl


-- 
http://www.amazonas-box.de/kommentare.html


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