Kommentare aus der AMAZONAS-Box
Politik und Technik aus München - Pazifistisch
mit dem Fahrrad (Peace, cycling and more)

Sozialforen, Gewerkschaft

Samstag, 28.5.2005    

das Trojanische Pferd

gaaanz allmählich läuft die Vorbereitung des akuten BIFA-Projekts an: Der (bisher) Workshop beim Sozialforum in Deutschland, im Juli in Erfurt: "Zivile Konfliktbearbeitung als trojanisches Pferd von Rot-Grün"

Dieser Titel setzt natürlich Vorkenntnisse voraus - hoffen wir, daß sich das entsprechende Publikum in Erfurt findet; ich hoffe auch, daß wir auf der entsprechenden Web-Seite bei der BIFA dazu immer mehr Infos sammeln können. Solange die BIFA-Seite noch statisch ist, werde ich den Blog hier zur schnellen und flexiblen Begleitung nutzen (Mit der Kategorie BIFA im RSS kann man das auch gezielt abonnieren).

Inzwischen hat der Versuch zur Vernetzung begonnen - über diverse E-Mail-Anfragen sollen Partner für den Workshop gefunden werden. In der BIFA ist aber klar - für das Theme bürgen wir zunächst mal selber.

Donnerstag, 12.5.2005    

Arbeitszeiten - Kampf um die Zukunft

Mittagspause und Gleitzeit ermöglichten mir als "Einzelkämpfer" die Streikversammlung von ver.diam Stachusrondell zu besuchen.
Jüngst las ich wieder (Link kommt vielleicht), wie sich Leute aufregen dazu "ich als Selbstständiger wäre froh ..." und ähnliches, als ob das mit den Arbeitszeiten bei Angestellten irgendwie vergleichbar wäre. Befangenheit kann da auch heißen "keine Ahnung" ;-)
Fakt ist jedenfalls für mich - das einzige Gegenmittel, das im Rückblick den Arbeitsplatzabbau in der Vergangenheit gebremst hat, war die Arbeitszeitverkürzung.
Das Kräfteverhältnis der letzten Jahre hat Wirtschaftsverbände und abhängige Politik frech gemacht, sie wollen ein Roll-back. Dazu kommt, daß die "Wiedervereinigung" dazu einlud, mit zweierlei Bedingungen die Tarifwelt zu knacken.

Zurück zum Stachus:
Früher getrennte Gewerkschaften, stehen jetzt unter dem ver.di-Dach Drucker und Landesbedienstete beim gleichen Thema in der Auseinandersetzung. Für mich zum ersten Mal erlebbar, daß die vertrauten "getrennten Bereiche" so eng beieinander hängen.

Drücken wir ihnen und uns die Daumen!
Bei ver.di hat diese Kampagne einen besonderen Dreh: Auf Bundesebene gibt es einen neuen Tarifvertrag ("TV-ÖD"), mit einem Kompromiss auch bzgl. Arbeitszeit, der "im Osten" eine Verkürzung bringt und wg. Ost-West-Angleichung im Westen doch eine Verlängerung um 30 Min/Woche.

Allerdings mit einer originellen Klausel: Wenn ein Ländertarifvertrag schlechtere Bedingungen zuläßt, werden die automatisch auf Bundesebene übernommen.
Das hat was: Jede Landestarifkommission hat auf einmal bundesweite Verantwortung. Viele Länderregierungen (klar, auch und von Anfang an auch Rot-Grün!) wollen Arbeitszeitverlängerungen durchsetzen. Der bisherigen Tarifvertrag ist gekündigt, Neueingestellte bekommen Arbeitsvertäge "nach Willkür" verschlechtert.
Nur: Welche Landestarifkommission kann sich da auf schlechtere Bedingungen als beim Bund einlassen? Spannend, wer den längeren Atem hat. Ob die Landesregierungen am tariflosen Zustand viel Freude haben werden? Was lassen sich Beschäftigte gefallen?

Schön am Stachus: Sepp Raith und Otto Göttler - die möchte ich mal länger erleben.

Auch witzig: Die BUGA-Fahnen sehen aus, als ob sie zu ver.di gehören würden ;-)

Donnerstag, 5.5.2005    

Programm von Erfurt

Die Website vom Sozialforum in Deutschland ist manchmal etwas umständlich, so erreicht man die Programmübersicht erst nach vielen Klicks. Die Liste existert dazu noch in zwei Versionen. Aber es ist möglich, die Druckversion als Link herauszugeben, und so kann ich Listen direkt angeben:

Liste 1: Nr, Name ... E-mail
Liste 2: Nr, Name ... Stichwörter (Links weg)

Die BIFA ist wie angekündigt auch dabei - bin gespannt wie es wird!

Donnerstag, 28.4.2005    

Viel zu passiv gegen den Crashkurs

PLäDOYER EINES GEWERKSCHAFTERS: Organisationen, die Jahrzehnte Konsenskultur und Gremienarbeit gepflegt haben, müssen wieder lernen, wie man die Köpfe und die Herzen gewinnt ein aktueller und wichtiger Artikel von Wolfgang Müller (IGM) im "Freitag 17"

...
Inzwischen gestand der DGB-Vorsitzende Michael Sommer die Niederlage bei der Mobilisierung gegen das Allparteien-Hartz-IV-Paket ein und verkündete seinen Frieden mit der Politik der Bundesregierung. Damit hat er das verbreitete "Loser"-Image der Gewerkschaften eindrucksvoll bestätigt: laut brüllen, wenig erreichen und schließlich zu Kreuze kriechen.

...
Die immer dreisteren Erpressungsversuche der Unternehmenschefs haben die konsens-verwöhnten Gewerkschaften in der Kuschelecke kalt erwischt. Plötzlich sind sie nicht mehr gefragt. Jetzt zeigen die Konzerne, wer das Sagen hat in dieser Demokratie. Bundesregierung und Landesregierungen parieren, und Gewerkschaften werden nur noch für die geräuschlose Abwicklung der so genannten betrieblichen Restrukturierungen gebraucht. Plötzlich müssen sich Organisationen, die über Jahrzehnte hinweg Konsenskultur und Gremienarbeit gelernt haben, vollständig umstellen und wieder begreifen, wie man Kampagnen organisiert, wie man die Köpfe und die Herzen der Beschäftigten und Arbeitslosen gewinnt.

(allerdings - soo plötzlich kam das wirklich nicht)

Freitag-Web-Links leider nicht mehr verfügbar! :-((

Freitag, 22.4.2005    

Respekt ist etwas anderes

Der Staat hat keinen Respekt (mehr) vor seinen Bürgern, nicht nur in folgender Hinsicht.
Hier aus der Buchbesprechung Respekt im Zeitalter der Ungleichheit bei nachdenkseiten.de (weil ich grad schon dort bin hier ein Auszug).
... Die Kritik an den langen Fragebögen für die Bezieher von Arbeitslosenhilfe wird von Vielen nicht verstanden. Schließlich müssten doch auch Sozialhilfeempfänger gegenüber den Sozialämtern Auskunft über ihr Vermögen geben, wird von den Befürwortern der Umstellung von der Arbeitslosenhilfe zum Alg 2 entgegen gehalten.
 
Wer so argumentiert verkennt, dass es dabei um etwas tiefgreifend anderes geht: Die früheren Arbeitslosenhilfebezieher wurden (vom Staat und meist auch von ihren Mitmenschen) eben nicht wie Sozialhilfeempfänger behandelt. Auch das Gesetz machte einen Unterschied. Deshalb konnten Langzeitarbeitslose auch neben der Arbeitslosenhilfe auf ihr angespartes Vermögen zurückgreifen, brauchten nicht in eine billigere Wohnung umzuziehen oder sie konnten eine erwerbstätige Ehefrau haben, die nicht persönlich „herangezogen“ wurde. Dass die Kinder oder sonstige Angehörige der „Bedarfsgemeinschaft“ zum Lebensunterhalt beizutragen haben, war in diesem „Versicherungssystem“ gleichfalls nicht vorgesehen.
 
Die Bezieher von Arbeitslosenhilfe hatten – ob dies nun von der Finanzierungsquelle her berechtigt war oder nicht – (jedenfalls überwiegend) das Gefühl, dass sie eine Leistung in Anspruch nehmen, die auf Grund einer eigenen Vorleistung – nämlich ihrer Arbeit und ihren Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung – (zurück-)erstattet wird und nicht (nur) auf Grund von Bedürftigkeit. Mit der Gleichbehandlung der Arbeitslosenhilfe mit der Sozialhilfe wird gewollt oder ungewollt ein Gefühl der Abhängigkeit erzeugt – „die Schande der Abhängigkeit“, wie Sennet das nennt, kommt über diese Menschen.
 
Hat man wirklich darüber nachgedacht, ...

Disaster Capitalism

Naomi Klein hat einen "schönen" Begriff dafür gefunden ...
The Rise of Disaster Capitalism

"We used to have vulgar colonialism," says Shalmali Guttal, a Bangalore-based researcher with Focus on the Global South. "Now we have sophisticated colonialism, and they call it 'reconstruction.'" und mehr
jetzt bitte auch nachlesen ... (bei ZNet) - ist halt auf englisch.

Übersetzung anywhere?

Mittwoch, 20.4.2005    

Besetzung ... tapfer!

via de.internet.com:
"Ca. 130 Beschäftigte des Chiphersteller Infineon haben gestern am Standort München-Perlach kurzfristig die Sitzungsräume besetzt. Das berichtet die IG Metall gestern in München. "Wir sind die Mitarbeiter von Infineon und wir haben das alles aufgebaut. Die Geschäftsleitung kann ja gehen, aber wir bleiben", war dort zu hören. Erst nach der dritten Aufforderung von Seiten des Betriebsrates wurden die Räumlichkeiten verlassen. Die Stimmung ist explosiv ..."

Allmählich wird verstanden, daß Stillhalten nichts nutzt!

Montag, 18.4.2005    

Auch Russland hat ein Sozialforum

Eine Schweizer Studentin berichtet bei Indymedia-de. Sicher noch mit Problemen, aber dpch gut wenn die Idee Schule macht. Sprachprobleme gibts natürlich für "fremde" Besucher.

Dienstag, 12.4.2005    

Rüstungskonversion? War da noch was?

(via Friedensladen Heidelberg) Die Seite "Informationen zur deutschen Außenpolitik" schlägt Alarm mit einem Hinweis auf ein Projekt der BICC: "Perspektiven der deutschen Heeresindustrie im Rahmen alternativer Szenarien".

In ihrem Artikel "Gewehr bei Fuß" wird aufgezeigt
* Wie sehr hier Rüstungslobbyismus betrieben wird
* Wie sehr das dem "eigentlichen" Anspruch von BICC - Rüstungskonversion z.B. - zuwiderläuft
* Wie schlimm die gewerkschaftlichen Kontakte mit dieser Militärwerbung verquickt sind.

Alles in allem höchst unerfreulich ... Von Zeit zu Zeit habe ich von BICC was gehalten, das ist jetzt schwierig.

Die obige Abkürzung BICC heißt schließlich "Bonn International Center for Conversion",
Lobbyarbeit *für* das Militär gehört da eigentlich nicht dazu.

Die Foreign-Policy-Leute haben die BICC-Projektseite nicht verlinkt - Absicht? Deshalb ist der Beleg für die verschiedenen Festtellungen zur BICC auch schwer zu finden; ich hab die (Link kaputt) auch hier oben verlinkt.

direkter Link auch wech

Montag, 11.4.2005    

Business as usual?

... vielleicht doch nicht mehr:
Siemens in Würzburg und München, Infineon in München, IBM in Schweinfurt ... die Kette ist endlos.
Der Bericht im Tagesspiegel (via ver.di) zeigt einiges auf. Hoffentlich, hoffentlich lernen die Menschen endlich dazu ....

Scheitern des Liberalismus

wird bei Telepolis in (bislang) zwei Kapiteln besprochen.

Das lese ich natürlich gerne. Gibt es ein Publikum, das reagiert?

Ulrich Berger und Christoph Stein meinen zum Schluß: "Auf jedem Fall aber hat der Neoliberalismus als Erfolgsmodell bereits ausgedient".

Wenn das die Leute wüssten ...

Trotzdem halte ich die Analysen beim ISW für solider - vielleicht gibts mal jemand, der die beiden Ansätze detaillierter vergleichen kann, ich komme gerade nicht dazu :-(

Montag, 4.4.2005    

Labournet News

Solidarität

In meiner kleinen und durchaus auch zufälligen Linkliste steht auch das Labournet, eine politisch hochzuverlässige Quelle und Inspiration für das entsprechende Gebiet - Arbeitswelt und drum herum.

Leider haben die noch kein RSS (man ist wirklich sehr vom CMS abhängig ob man sich das einrichten kann).

Aber ich hab bisher zuwenig drangedacht - es gibt eine Newsseite, und das ist dann fast so bequem wie RSS.
Den Link bei mir hab ich jetzt entsprechend ergänzt.

Sonntag, 13.3.2005    

Gegen-Hegemonie und neoliberale Globalisierung

So ein Debatten-Artikel von Ulrich Brand im "Neuen Deutschland". Zur gleichen Debatte dort auch ein Beitrag von Birger Scholz.

Artikel zum merken, wird noch gebraucht.

Gefunden übrigens via Kassler Friedensratschlag - dort hat man es aber wieder nicht geschafft, den fälligen Link zum ND zusetzen :-(

Nachtrag: ich muß wg. Links Abbitte leisten: Die Links beim ND sind nicht mehr erreichbar, also doch beim Friedensratschlag gucken (eigentlich "AG Friedensforschung")

Mittwoch, 2.3.2005    

Armut berichtet

"Die Ergebnisse der Studie "Armut und Gesundheit" von der Nationalen Armutskonferenz sind ein vernichtendes Urteil der neoliberalen Politik von SPD und Grünen ..." mehr bei A New Morning.

BTW: Die Rezepte der sog. "Opposition" sind zumindest congenial ;-)

Morgen, BIFA

vieles wäre morgen abend los (Terminüberschneidungen haben ihr Gutes - man kann nur 1es wahrnehmen, die anderen Termine "hat man sich gespart" ;-)

Für mich ist der BIFA-Treff dran. Es wird jetzt ernst mit der Vorbereitung für ein Engagement beim 1. Sozialforum in Deutschland

Neben dem Flugblatt (PDF) hatte ich hier mal eine Materialliste begonnen. Die Vorbereitungen wg. Ostermarsch kosten aber doch Zeit, so daß sich hier noch nichts Neues getan hat. Kommt aber ...

Freitag, 18.2.2005    

Mythos "Lohnnebenkosten"

Das geht mir schon lange gegen den Strich, wie besagter Mythos strapaziert wird - hier gibts Hirnfutter dazu:

Unternehmer und Politiker behaupten, dass hohe Lohnkosten für Krise und Arbeitslosigkeit verantwortlich sind. Elegant erscheinen da Forderungen, die "Lohnnebenkosten" zu senken. Senken von "Lohnnebenkosten" heißt aber Senkung von Löhnen. Warum das so ist und warum Lohnsenkungen Gift für die Konjunktur sind, können aus dem Artikel im "WiPo Info 1/2005" ersehen werden.

Leider machen es die Kollegen einem schwer, diesen Link direkt zu setzen - geht nur wenn man die ganze Seite nimmt - und dort die PDF-Datei raus holt, ausnahmsweise also: WIPO bei ver.di

(aus einem VL-Verteiler via m-sf-Mailingliste)

Freitag, 18.2.2005    

Mag Wompel über Gewerkschaften und Regierung und

Hier ein Beitrag von Mag Wompel, den ich weil lesenswert hier bewerben möchte.

Sommer hat als DGB-Chef jüngst kapituliert (siehe diverse Presse) - eigentlich sollte er damit auch zurücktreten, denn was soll er so noch. Schon davor entstand dieser Redebeitrag, mir erscheint es gerade dazu passend darauf hinzuweisen!

Mags Vortrag vom Januar 2005 geht in eine andere Richtung - voila! (Lest halt nach)

Mag ist die Redakteurin von http://www.labournet.de/ - die haben leider keinen Feed und kommen deshalb hier nicht so oft vor ...

Freitag, 11.2.2005    

Tucholsky, Zitat

"Nichts ist schwerer, nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: NEIN !" (Tucholsky)

Immerhin: Die Globalisierungskritik ist nicht mehr ganz so isoliert. Trotzdem ist das Zitat nur zu aktuell.

Donnerstag, 10.2.2005    

Women in (tech) Business

Mal was ganz anderes: Bei HP wurde die Chefin geschaßt - und das ist Anlaß für weiteres Räsonieren über Frauen in Führungspositionen allgemein und im technischen Bereich speziell (amerikanisch - sorry).

Während ich die Konzernstrategien sowieso für versaut halte, finde ich den "Gender"-Aspekt wichtig (auch wenn mir der Modebegriff nicht paßt - ich werde ihn fürderhin zu vermeiden suchen).

Dieser Fall - Carly Fiorina - war möglicherweise ein Beispiel dafür, daß Frauen solche Posten bevorzugt erreichen, indem sie schlimmer als genauso schlimm wie Männer agieren; einige (Ex-)Beschäftigte lassen sich gar nicht gut über sie aus.

und hier noch was auf deutsch, bei heise

Samstag, 5.2.2005    

Ulrich Brand zu globalen sozialen Bewegungen

Als PDF liegt hier ein Artikel von Ulrich Brand vor, der wohl aus dem Vorjahr stammt, mir aber weiter fruchtbar erscheint:
Verstetigung des Aufbruchs? Merkmale und strategische Probleme der globalen sozialen Bewegungen (PDF 132k), hier nur knapp zitiert:
" ... Einer der interessantesten Aspekte liegt zweifellos darin, dass es den Bewegungen gelungen ist, eine neue Runde der Interpretation der gegenwärtigen Verhältnisse einzuleiten. Deutungen sind immer umkämpft, aber eine zentrale Stärke des Neoliberalismus liegt zweifellos darin, dass er zum Alltagsverstand wurde. In den jüngsten „Globalisierungskritiken“ wird dieser neoliberale Alltagsverstand erstmals etwas grundsätzlicher in Frage gestellt. Die Politisierung vormals „quasi-natürlicher“ Entwicklungen erfolgt über die zu Beginn des Abschnitts genannten Begriffe; als kleinsten gemeinsamen Nenner könnte man jenen der neoliberalen Globalisierung bezeichnen. Auf allgemeinster Ebene politisiert die Bewegung die Widersprüche des globalen Kapitalismus. Dies ist nach dem jahrelangen Glücksversprechen des Neoliberalismus in den Metropolen und seiner konstatierten Unausweichlichkeit in den Peripherien nicht wenig. Denn statt Freiheit, Selbstbestimmung und Wohlstand ist die Praxis neoliberaler Politik das Gegenteil. ..."
Ulrich Brand lohnt sich zu lesen, nur wenige können die politische Situation so passend wie er beschreiben. Ich wurde auf ihn im Zusammenhang mit der einschneidenden Genua-Demonstration aufmerksam. Auch er wurde verhaftet, und hat damals u.a. im Freitag berichtet.
Dienstag, 1.2.2005    

Marktbereinigung

Rauh aber herzlich (hmm) kommentiert das Handelsblatt die Pleite von Walter Bau unter dem Titel "Marktbereinigung - Keine Trauer um Walter Bau"

"Deutschlands drittgrößter Baukonzern ist pleite - und niemand regt sich auf. Im Gegenteil: Die Branche atmet zufrieden durch, Marktbereinigung nennt sie das.
HB DÜSSELDORF. Die Konkurrenz ist froh, dass es ausgerechnet die Augsburger Walter Bau AG erwischt hat, die seit Jahren angeblich mit Niedrigstpreisen den Wettbewerb verzerrt. Selbst die Banken sind zufrieden, dass sie endlich einen Schluss-Strich unter ein riskantes Engagement ziehen können. Lange hat sich keine der 27 Gläubiger Walters getraut, die Notbremse zu ziehen. Keiner wollte den Schwarzen Peter dafür haben,
...
Montag, 31.1.2005    

Die Ökofalle

Jetzt habe ich dank Suchmaschine eine Besprechung von Christoph Spehrs Buch "Die Ökofalle" entdeckt:
http://coforum.de/index.php4?Die_%D6kofalle

Möchte ich unbedingt weiterempfehlen. Wie die Zeit vergeht - das Buch erschien 1996 - sozusagend passend zum 20Jährigen der BIFA - bei diesem Jubiläum hatten wir Christoph zu Gast und ich lernte das Buch kennen; es machte mich mehr denn je zum Spehr-Fan. Zu den Movies ein ander Mal ...

Technische Daten: Christoph Spehr (1996).
Die Ökofalle: Nachhaltigkeit und Krise. Wien: Promedia. 238 Seiten, ISBN 3-85371-108-1.

Pech: Mein letztes Exemplar hab ich verliehen und weiß nicht mehr wohin (bitte melden ;-) ... aber es ist inzwischen glaub ich preiswerter geworden, werde ich nachkaufen.

Dienstag, 25.1.2005    

Taz ist doof

Luise macht in der Mailingliste vom Münchner Sozialforum auf Texte aufmerksam, jüngst also auf diesen bei der TAZ.

Also:

Danke für den Link auf diesen Artikel, denn er ist symptomatisch für eine bestimmte "Schule", der man (oder wir) meiner Meinung nach mehr Aufmerksamkeit schenken müssten, oder zumindest bewußter daran denken sollten.

Beispiele dieser "Art" fingen u. a. damit an, wie seinerzeit mit Lockvogelargumenten beim Balkan vielen Rot-Grün-Sympathisanten die Zustimmung zu immer mehr Kriegseinsätzen beigebracht wurde.

Ein jüngeres Beispiel ist, wie die Bundesregierung einen Aktionsplan "Zivile Krisenprävention, Konfliktlösung und Friedenskonsolidierung" verkündet - und was steht drin? Das Militär ist unentbehrlich ... (siehe PDF 550k hier)      hab ich außerdem hier schon mal angesprochen

Es wird also der gute Wille - die Suche nach zivilen Alternativen - angelockt, um dann "im Huckepack" doch wieder die Militärpolitik von Rot-Grün zu verkaufen, zivile Maßnahmen sozusagen als kostengünstige Flankierung der militärischen Machtpolitik (nebenbei wird dann noch gründlich von vielen Kriegsursachen und den tieferen Kriegszielen abgelenkt).

So - und dieser TAZ-Artikel steht in dieser "bewährten "Tradition" - die Alternativen zur herrschenden Politik werden lächerlich gemacht und es wird versucht, mit heuchlerischen oder scheinheilig wohlmeinenden Ratschlägen die LeserInnen in die Irre zu führen.

Eigentlich ist es ganz einfach: Wenn die Verfasser recht hätten, bräuchten wir die ganze Sozialforumsbewegung nicht, wir könnten auf Rot-Grün vertrauen ...

Freitag, 21.1.2005    

Versicherungen wollen Gentest, nur nicht sofort

Bei Telepolis gefunden:
Der Entwurf des Gendiagnostikgesetzes sieht ausdrücklich vor, dass Versicherungen in Deutschland künftig keinen Einblick in Gentestergebnisse erhalten sollen. Regenauer, gleichzeitig Vorsitzender der Arbeitsgruppe "Genetische Testmethoden" des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), hat erhebliche Einwände dagegen: "Wir stehen erst am Anfang einer faszinierenden Entwicklung, deren Ausgang derzeit nicht bestimmbar ist. Gentests werden dabei eine wichtige Rolle spielen."
...
Der Patient solle kein "Insiderwissen" aus den Gentestergebnissen haben und sich damit Vorteile auf Kosten der Gemeinschaft der Versicherten verschaffen, sagt Regenauer.
Die Versicherungen sind großzügig - noch bis 2011 verzichten sie freiwillig auf Einblick in Ergebnisse aus Gentests. Kunststück - die Entwicklung läuft ja noch, und die sollen andere finanzieren, die will man doch nicht aufhalten ...
Dienstag, 18.1.2005    

Schöner rausschmeißen

Aus den Kommentaren bei MH gefischt:

neo42 meint dort: "Mein Favorit, wie immer: "Ethik in Unternehmen" Alternativtitel: "Schöner rausschmeißen" (Hervorhebung durch mich)

Sonntag, 16.1.2005    

Einkommensentwicklung

in de Kneipe in den Magazinen gelesen - da stehts: "durchschnittliche Nettoeinkommen 2003 liegen auf dem Stand von 1991". Erfolgreiche Politik - für die, die sie durchsetzten.

Samstag, 15.1.2005    

ver.di blogging :-)

ver.di die nächste Neu-Entdeckung ... die ver.di Blogs. Gut.

Doch, an die Agentur platoon frage ich mich - wirklich neugierig: klar braucht eine große Gewerkschaft was Größeres - aber warum dauert so ein Blogprojekt über ein Jahr (steht so dort), wenn es mit den üblichen kostenlosen Tools Amateure in Wochen schaffen (drupal, geeklog, serendipity (3 von > 30)
Nix für ungut, aber was macht den Aufwand dabei im Vergleich zu den Amateuren aus?

und hier noch ein schönes Gif daraus:   lidl sucks

(via E-Business Weblog/planet isotopp)

Dienstag, 11.1.2005    

Blick zurück - ESF London

ESF Logo Da mach ich Reklame für das nächste Forum und hab noch nicht mal "die alten Bilder" untergebracht - vom ESF 2004 in London.

Kurz berichtet hab ich damals schon auf dieser Seite (entsprechend bei Indymedia).

Jetzt sehe ich, daß die Londoner eine Bildergalerie online haben die ich hier natürlich empfehle. Leider gibt es relativ wenig Dokumentation, hinterher, ist mein Eindruck.

... und bei diesem Link dort seht Ihr das Münchner Transparent auf dem Weg zum Trafalgar Square!

Erfurt 2005 - laßt Euch was einfallen

Sozialforum in Deutschland Das Sozialforum in Deutschland mit dem ersten bundesweiten großen Termin 21. - 24. Juli 2005 hat einen "eigenen Link" (der allgemeinere deutsche Sozialforumslink ist noch etwas mager). Jedenfalls erhoffe ich mir eine gute Beteiligung und daß ich in und mit der BIFA (u. a.) auch was für Erfurt beitragen kann.

Wer noch?