Kommentare aus der AMAZONAS-Box
Politik und Technik aus München - Pazifistisch
mit dem Fahrrad (Peace, cycling and more)

Sozialforen, Gewerkschaft

Sonntag, 19.2.2006    

ver.di macht Theater

vor dem Theater vor dem Theater

Die Münchner staatlichen Theater werden bestreikt - funktioniert wie man hört. Das Bild (Samstag) gehört aber zu einer freiwillige Streikpause: An dem Abend läuft eine große Benefiz-Aufführung, und die Gewerkschafter haben kein Interesse, den Benefizzweck anzugreifen. Die Vorstellung wird also nicht bestreikt - und damit das niemand in den falschen Hals kriegt, gibt es dazu vor dem Theater/vor der Vorstellung eine Kundgebung.

Dramatischer geht es anderswo zu - Kommunen zwingen "1-€-Jobber" zum Streikbrechereinsatz, mit Polizeihilfe. Infos via ver.di (Link leider tot), Indymedia-Artikel.

Killing Cola

ich zitiere einfach mal aus der Mailingliste:

Coca-Cola-Boykott
 
Die Stadträtin der ÖDP im Münchner Stadtrat hat in einem Antrag gefordert, dass sich die Stadt München wegen der Ermordung von acht gewerkschaftlich organisierten Mitarbeitern bei Coa-Cola in Kolumbien einem Boykott anschließen soll. In städtischen Gebäuden, städtischen Eigenbetrieben und Gesellschaften, die überwiegend in städtischem Besitz sind, solle in Zukunft kein Coca mehr ausgeschenkt werden.
In den USA und in Kanada haben etwa 20 Universitäten einen solchen Boykott beschlossen.
In München hat das Café Ruffini beschlossen, Coca-Cola nicht mehr auszuschenken und auch im Umfeld auf einen Boykott hinzuwirken.
 
Weiter so!
 
Coca-Cola ist einer der Hauptsponsoren der Fußball-WM!

Dieser Telepolisartikel hat möglicherweise mit "angeschoben" für die Idee.

Mehr zur Kampagen auch beim Labournet, hier einer von mehreren Indymedia-Artikeln.

Die beiden Bilder stammen aus dem Video zur Aktion anläßlich des Laufs mit der Olympischen Flamme in Italien, bei der Aktivisten unter anderem Namen von Ermordeten auf Tafeln trugen (Ich finde den Hier ist doch noch der Link zum Video "killer_cola.wmv" 13.8 Mb nicht mehr).

Donnerstag, 16.2.2006    

Streiken in Teheran

Dieser Mittwoch, so stehts bei LabourNet, ist war Internationaler Solidaritätstag mit den Arbeitern im Teheraner Busbetrieb.

Zusammenfassung der Meldungen 14.02.2006 (LabourNet):
Fast 50 Gewerkschafter scheinen zurzeit noch in Haft zu sein (andere Quellen sprechen von bis zu 100), davon 15 aus dem Gewerkschaftsvorstand. Obwohl immer mehr freigelassen werden, gibt es aber auch weitere Verhaftungen. Zumindest wurde letzten Freitag ein Busfahrer verhaftet. Am Montag dem 13.2.2006 haben sich 70-80 Busfahrer vor dem Teheraner Arbeitsamt versammelt, da sie zwar aus dem Gefängnis entlassen wurden aber faktisch arbeitslos sind, da ihnen die Arbeitsaufnahme verweigert wird. Das Arbeitsamt erklärt sich für nicht zuständig. Am internationalen Solidaritätstag am morgigen Mittwoch (15.02.2005) wird es zeitgleich mit weltweiten Protesten auch eine Kundgebung vor dem Teheraner Parlament geben.

Kriegsdrohungen gegen ein Land, egal wie beschränkt ein Regime, sind kein Mittel den Beschäftigtne zu helfen - im Gegenteil. Aber an Streik ist "man" eh nicht interessiert, egal wo.

Bei Indymedia gibts auch was, mit Labournet auch als Quelle.

Dienstag, 14.2.2006    

Die gefühlte Zunahme der Unruhe

ich hoffe mal, MH hat recht, wenn er die Bereitschaft zu mehr Gegenwehr diagnostiziert indem er die Streikgeschichten der jüngeren Zeit auflistet (er hat Giesecke & Devrient vergessen, kann passieren).

Das mag damit zu tun haben, dass die Arbeiter und Angestellten jetzt bemerken, ... dass es ums Eingemachte geht, und zwar an allen Fronten, ...

Marcus Hammerschmitt bei Telepolis!

Samstag, 11.2.2006    

ver.di streikt

Urabstimmungsergebnis rund 95% - länderübergreifend Streiks.

Mehr bei, erst mal, LabourNet :)

In unserrer "medialen" öffentlichkeit ist das oft nicht einfach - es ist immer wieder ein Phänomen, wie sich viele (zu viele) Leute für dumm verkaufen lassen und die Behauptungen der etablierten Politik glauben: Arbeitsplatzvernichtung (= Arbeitszeitverlängerung) soll mehr Arbeitsplätze bringen???

Bolkestein-Hammer-Demo

Demo in Strabourgattac berichtet von der Demonstration gegen die Bolkestein-Richtlinie in Strasbourg (Presserklärung).

Münchner sind dabei!

In Berlin und sonstwo war auch was los, und in Strasbourg selber gehts auch noch weiter ...

Vergleiche auch www.stopbolkestein.org (is wech), Indymedia, und LabourNet.

Grüße an die Strasbourg-Fahrer

(Link weg) Diesen Samstag, früh um 8 Uhr fährt vor dem EineWeltHaus auch von München ein Bus nach Strssbourg - es geht gegen die Bolkesteinrichtlinie.

Es gibt noch in Berlin eine große Demo, und nächste Woche am Tag der Abstimmung selbst noch eine in Strasbourg.

Auf der entsprechenden Mailingliste überschlagen sich die Meldungen - zuletzt haben sich Sozialdemokraten auf einen sogenannten Kompromiss mit den anderen Konservativen eingelassen - vergiß es ...

Man kann alles nachlesen um die Verwirrspiele zu durchschauen, die (Link weg) attac-Bolkesteinseite z.B. als Startpunkt.

Ich kann diesmal nicht mitfahren, ich wünsche allen:
Viel Erfolg in Strasbourg, auch ein bischen Spaß dabei, und bleibt nicht im Schnee stecken!

Samstag, 11.2.2006    

16 Quetschn

16 Frauen samt Akkordeon auf der Bühne des EineWeltHauses, da gehts gedrängt zu ;-)

Den Namen der Formation - Kwetchuan - (oder doch Quetchuan? - muß ich vielleicht nochmal korrigieren, Gedächtnis halt - bislang als Michaela Dietl und Die Quetschenweiber), ein beeindruckender Auftritt heute Abend beim ISW-Fest: Wenn ich richtig informiert bin trat die Gruppe bisher kaum auf, also noch ein Geheimtip ;-)

16 Akkordeons mit Michaela Dietl als "Kristallisationskern", wie ich das sehe - da können wir uns noch auf einiges gefasst machen freuen! (Link haben die wohl noch keinen)

Sonntag, 29.1.2006    

Die spinnen, die ...

die Gewerkschaften? Nein, nicht alle. Aber zumindest hört sich der Chef Sommer laut junge Welt so an:
»Bei aller Kritik in Einzelpunkten« seien die Gewerkschaften »mit der politischen Wende vom 18. September nicht unzufrieden«, erklärte Sommer vor den Pressevertretern. Zwar habe die Wahl eine linke Mehrheit gebracht – die meisten Abgeordneten sind laut Sommer nicht dem neoliberalen Lager zuzurechnen –, es handele sich jedoch nicht um eine »Gestaltungsmehrheit«. Deshalb sei »die einzige realistische, gute Option die Große Koalition«, so der DGB-Vorsitzende, der zudem behauptete, die neue Regierung habe »die Forderung der Bevölkerung nach sozial gerechter Reformpolitik weitgehend verstanden und akzeptiert«.

Auf der Pressewebseite vom DGB hängen sie sich allerdings nicht so weit aus dem Fenster.

Soziale Bewegung im Amazonas

Den Namen Amazonas-Box hab ich hier sozusagen "instand-besetzt": Die Mailbox im CL-Netz - ich war normaler Benutzer, nicht Betreiber! - sollte damals ein verlängertes Leben bekommen (es gab vorübergehend einen neuen hoffnungsvollen Betreiber) und ich brauchte eine Domain die die Verbindung (wie ich dachte) zur alten E-Mail herstellt (auch mit dem Gedanken, den erhofften neuen Betreiber zu unterstützen). Das mit der Mailbox klappte dann leider doch nicht (ich war einer der letzten - hm - 4 Nutzer) aber der Name ist da.

Genau weiß ich die ursprüngliche Entstehung auch nicht, aber angefangen hat es als Mailbox für das damalige "Global Challenges Network". Da hatte ich mich sogar auch ein paar mal eingewählt, konnte mich aber mit der nötigen Registrierung nicht anfreunden (auch heute bin ich weiter sehr sparsam mit Registrierungen). Das gibt es heute (www.gcn.de) noch, und zwar im Web und braucht so (natürlich) keine alte Mailbox mehr.

Ich komme darauf, weil gerade in Telepolis sehr schön die Basisarbeit im Amazonasgebiet thematisiert wird - inklusive Darstellung der verbrecherischen Mordpolitik der (meisten?) Großgrundbesitzer.

Die Namensgebung der damaligen Amazonas-Box sollte offensichtlich Solidarität (oder so) ausdrücken. Dem kann ich mich weiter anschließen.

Freitag, 27.1.2006    

Sand im Getriebe

"Sand im Getriebe" heißt die deutschsprachige Ausgabe des elektronischen Rundbriefs der internationalen Attac-Bewegung, reglmäßig (Link weg) als PDF erhältlich .

(Link weg) Hier die neue Ausgabe #48 (PDF 360kb) vom 24.1.2006, mit dem anspruchsvollen "Leitartikel"
      Das imperiale Projekt zum Scheitern bringen.
Stimmt, darum geht es.

Dazu, um einige Punkte herauszugreifen:

* Michel Chossudovsky und Mohssen Massarrat zum drohenden Krieg gegen den Iran
* Walden Bello zur WTO - Die wahre Bedeutung von Hongkong: ... (!)
* Das andere Davos - Internationale Konferenz gegen das WEF
* Aktionen gegen die Bolkesteinrichtlinie
und last but not least ist auch der
* Aufruf gegen die NATO-Sicherheitskonferenz in München
drin.

Donnerstag, 26.1.2006    

Equality

Ein Wortspiel in Englisch E-Quality - Quality, und ein Bild dazu: www.armutszeugnis.at/bild.php

Mittwoch, 25.1.2006    

Gate Gourmet: Streiksoli München?

Die tapferene Kollegen und Kolleginnen streiken in Düsseldorf jetzt 111 Tage! gegen "Gate Gourmet" und "Texas Pacific Group"

Die Buschtrommeln sagen was von einer Soliaktion in München. Selber nachgucken, hab noch nix konkretes:
* http://www.gg-streik.net/ *
* http://www.junge-ngg.net/landesbezirke/bayern/ *
* http://archiv.labournet.de/branchen/dienstleistung/gast/ggduess.html *

Montag, 23.1.2006    

Chancengerechtigkeit und Studiengebühren

via Nachdenkseiten: Prof. Michael Hartmann (Darmstadt) in der Berliner Zeitung zu Studiengebühren - das Beispiel USA: "Die untere Hälfte der Bevölkerung schickt ihre Kinder zu fast 90 Prozent auf Hochschulen, die in Deutschland niemand zu dieser Kategorie zählen würde, ... Auf die teuren Privatuniversitäten schaffen es dagegen gerade einmal drei Prozent der Studienanfänger aus den armen Schichten. Vom Nachwuchs aus reichen Familien geht dagegen jeder fünfte dorthin. An den ca. 150 Hochschulen, die den deutschen Universitäten vergleichbar sind, stammen weniger als zehn Prozent aus der unteren Hälfte der Bevölkerung, 74 Prozent aber aus dem oberen Viertel. Die Rekrutierung ist damit sozial erheblich selektiver als an den deutschen Universitäten, ..."

... wobei es hierzulande schon mal besser war!

Samstag, 21.1.2006    

Neoliberale Gesundheitspolitik

Marcus Hammerschmitt sucht sich für Telepolis wirklich "Rosinen" raus, jetzt behandelt er die aktuelle Gesundheitsversorgung und deren Abrechnungs-Abgründe auf eine Weise, die mir einerseits einleuchtet und andererseits wieder einmal meinen Zorn auf bestimmte Teile des Establishments nährt. Er stellt richtig fest, daß "eine Entwicklung von enormer Tragweite der öffentlichen Aufmerksamkeit entzogen" wird. Er hält immerhin dagegen - also mittun und die Infos weitergeben!

Jetzt fehlt mir allerdings noch ein Text, der was Vernünftiges zur Gegenwehr gegenüber den staatichen Reform-Amokläufen bringt.

Sonntag, 8.1.2006    

Möbelhaus nach Gutsherrenart

ich brauch auch neue Möbelteile und guck mich um, und muss daran denken:

Schlagzeilen machte der "Aufkäufer" des Karstadt-Möbelhauses auf der Theresienwiese, die österreichische Firma Lutz, die nach dem Aufkauf per Erpressung die Tarifbedingungen kaputt machen wollen. Jetzt sehe ich, daß dies nicht nur ein Münchner Problem ist, die Brüder machen das bundesweit so:
* (Link weg) bei Lutz in Karlsruhe
* und in Haßfurt

Der Möbelmarkt der letzten Jahre ist offensichtlich durch einen Verdrängungswettbewerb gekennzeichnet - kein Wunder wenn die Politik Arbeitnehmereinkommen drücken hilft!

Ich glaube, die Lutz-Brüder müsste man mit einer "Lidl-Kampagne" eindecken ;-)

Übrigens: Die Art, wie Lutz auf der Theresienhöhe "einkaufte", erinnert mich an Strabag bei Walter Bau: die haben gleich einen Konkurs zur Entsorgung der Arbeitnehmerrechte hingelegt. Lutz hat damit immer bequem drohen können.

Freitag, 6.1.2006    

Unsere Träume sind zu gross fuer Wahlurnen

Unsere Träume sind zu gross fuer Wahlurnen - dieser Spruch aus der Bewegung gegen Hartz IV ziert die aktuelle Indymedia-Titelgeschichte - finde ich gut getroffen!

Donnerstag, 5.1.2006    

Edinburgh sagt "Nein" ...

Edinburgh sagt "Nein" zur Privatisierung - eine schöne Nachricht bei Indymedia:

Edinburgh, Hauptstadt von Schottland und Sitz des Schottischen Parlamentes, stimmte in einer Mieterbefragung mit 53% gegen die Übergabe städtischen Wohneigentums an eine Wohnungsgenossenschaft.
Die PolitikerInnen sind entsetzt, weil eine kleine Gruppe der Mieterbewegung es geschafft hat, die Regierungspläne von "New Labour" und einer millionenschweren PR Kampagne zu durchkreuzen.

mehr natürlich dort ...

Mittwoch, 4.1.2006    

Gate Gourmet: Gewalt gegen Streik (NGG)


Seit über 90 Tagen streiken Beschäftigte von Gate Gourmet in Düsseldorf. Das ist ein "Catering Unternehmen" am Flughafen - die sorgen also für die Verpflegung im Flugzeug.

Gate Gourmet ist wohl ein US-Amerikanischer Konzern, der sich hier entsprechend aufführt: Am Wochenende ließ er von einer sog. "Security-Firma" (!) den Streikbus aufbrechen (!) und abschleppen, das Streikzelt zerstören und dergleichen Vandalismus mehr.
Die Gewerkschaft "Nahrung, Genuß, Gaststätten" hat Strafanzeige gestellt.

Die Kolleginnen dort verdienen - und bekommen - bundesweite Solidarität. Bei der Gewerkschaft gibt es regelmäßige Streikzeitungen als PDF sowie ein Video (versch. Formate).

Das wird auf jeden Fall noch andere Betriebe treffen. ... Wenn wir das nicht durchkriegen dann kriegen das die anderen Betriebe natürlich auch nicht durch

Die Firma verlangt ultimativ drastische Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen, der Streik ist die Antwort. 80 von 120 streiken - auch über den Jahreswechsel - tapfer! Die Firma antwortet mit gewaltsamem Vandalismus ... mal sehen wie die Strafanzeige ausgeht.

Außer bei der NGG wird beim LabourNet und bei Indymedia regelmäßig berichtet, hier bei SOZ/Linksnet

Also: Beim nächsten Flug, der Fluggesellschaft die Meinung zu Gate Gourmet singen ...

Montag, 19.12.2005    

Bolkestein-Hammer

Die schlagkräftige Bezeichnung greife ich hier nochmal auf, weil ich dazu trotz Wichtigkeit selten was schrieb (ich hab übrigens die EU-Pläne, die durch "Herkunftslandsprinzip" und ähliches ein Sozialdumping größeren Ausmaßes anschieben würden, erst auf dem Londoner Sozialforum richtig mitbekommen). Die Petition nebenan hab ich glaub ich schon gerade auch unterstützt.

* jetzt ist aber der Termin der EU-Abstimmung fest, die Demovorbereitungen von attac & Co laufen trotz Weihnachten schneller; ursprünglich war ja sogar schon der 14.1. im Gespräch.

Für alle Interessenten am Thema - am einfachsten Liste abonnieren, ich weiß grad nicht ob http://www.attac.de/bolkestein/ ähnlich ausführlich ist wie: http://listserv.europa-von-unten.org/mailman/listinfo/bolkestein

Allerdings - weitergeleitet - stellt dort Peter Wahl bekümmert fest:

...um die Aktionen gegen die Bolkesteindirektive gibt es ein ziemliches Chaos, das zum Teil politische Gründe, zum Teil Kommunikations- und Koordinationsdefizite zur Grundlage hat.

Trotzdem!

Nochwas: So wie es aussieht ist die große überregionale Demo in Straßburg gerade 1 Woche nach den Anti-NATO-Demos in München, das beißt sich dann doch irgendwie. Da müssen wir durch ;(

Sonntag, 18.12.2005    

Hong Kong WTO Kessel - Solidarität!

Die Proteste gegen die WTO sind bekanntlich mehr als angebracht.

(fast vergessen: auf http://radiohongkong.de/ gibts Bilder + Videos zur Kampagne)

Wieder einmal ist die Polizei Büttel der Herrschenden: 900 Demonstranten sind laut einer E-Mail von attac Deutschland (s. auch (Link weg) Hong Kong Blog ) eingekesselt und mehrere hundert gewaltsam verhaftet worden.
"Es sieht so aus, dass die Menschen immer noch im Gefängnis sind, sie keinen Kontakt zu Rechtsanwälten haben, dass sie vermutlich nicht gut behandelt werden, dass sie also völlig abgeschottet sind. Es gibt wohl Verhandlungsangebote sozusagen von der Zivilgesellschaft – da weiß ich jetzt noch nicht, inwieweit das bisher wirklich geklappt hat. Es sieht also nicht so gut aus, und deshalb wäre das wichtig, dass da was unternommen wird."

Hier ein Protestschreiben (engl.) von attac, gerichtet an
* Mr. Tsang (Polizeichef Hong Kong): ceo@ceo.gov.hk *
* Pascal Lamy (Generaldirektor WTO): enquiries@wto.org *

- Mailt selber auch, siehe ...

Mittwoch, 14.12.2005    

Ulrich Briefs + schade (akt.)

erst heute bekam ich es bewußt mit, als ich nach ihm suchte: Ulrich Briefs ist im Juni gestorben. Bei der GI findet sich ein angemessener Nachruf von Wolfgang Coy.

Ulrich Briefs war für mich der Prototyp des gewerkschaftlich orientierten Wissenschaftlers, der gleichzeitig weit über die "klassische gewerkschaftlich Linke" hinausdachte, und gerade beim kritischen Umgang mit Technologie für mich einen unverzichtbaren Hoffnungsposten darstellte.
Ich kann mich an 3 Ereignisse mit ihm erinnern. Einmal hatten ihn die Münchner (oder südbayerischen) Jusos zu einer Veranstaltung eingeladen. Sie (und streckenweise ich auch) waren deutlich irritiert wie er gezielten Verzicht auf unangepassten Technikeinsatz - nein, nicht erzählte, sondern lebte. Später gab es mitunter Gewerkschaftliche Konferenzen u.a. mit dem Thema Verantwortung der Wissenschaft oder so - einmal schaffte ich es da hin und er war richtigerweise auch dort.
Und dann geb es lange vor dem Aktionsbündnis der letzten Jahre Veranstaltungen anläßlich der - damaligen - Wehrkundetagung, vom Friedensbündnis oder Friedensforum. Auf einer dieser Veranstaltungen, die im Schlachhof-Saal stattfand, hatten wir Ulrich Briefs auch dabei, er war da gerade im Bundestag (ich glaub aber schon *nicht mehr* bei den Grünen). Angesichts der kommenden Gegenaktionen zur NATO-Sicherheitskonferenz suchte ich nach ihm - und dann das, siehe oben.

inzwischen: Rainer Rilling hat sich hier erinnern lassen und geht noch sehr viel besser auf Uli ein. Dort ist auch ein Bild (ich fand zuerst selbst nichts passendes) das ich nun auch hier einbaue (danke).

In der Wikipedia findet sich auch ein wie ich meine guter Text zu Uli - keine Ahnung warum ich den nicht früher sah.

Samstag, 10.12.2005    

Die SPD als soziales Feigenblatt oder Wie stellt man die Gewerkschaften ruhig

Die Überschrift hier ist eine Kapitelüberschrift im neuen ISW-Text "Freiheit" statt Sozialstaat, aber mir natürlich ein wichtiger Punkt zur Aufklärung. Im Text dann mehr: Das ISW rechnet mit der Regierungspolitik ab (PDF 240k). Eigentlich keine Überraschung, aber darum geht es hier auch nicht - ein ausgesprochen wichtiger Text halt - und jeder kann ihn herunterladen :) (PDF 240k)

Allerdings - ähnlich wie bei ver.di kann ich den "Einstieg" nicht nachvollziehen, da heißt es "Die Mehrheit stimmte für das Gegenteil der neuen Regierung" und "Am 18. September hat die große Mehrheit der Deutschen gegen neoliberale Politikangebote gestimmt."

Ich denke dagegen schon, daß die Wähler meistens wußten, daß "die Viererbande" von FDP,Grüne,Spd,CxU genau für ein "neoliberales Politikangebot" stehen, auch wenn das gerne gesundgebetet wird - hier folgt das ISW für mich schwer verständlich einer beliebten DGB-Argumentation.

Richtig ist, daß die Parteien sich inzwischen öfter vom Begriff Neoliberalismus distanzieren, gleichzeitig aber das Publikum mit dieser Doppelzüngigkeit noch nicht umgehen kann.

So klingt der obige Satz für mich wie Wunschdenken. Mal sehen wie es weiter geht.

Dienstag, 6.12.2005    

Mondragon bei Radio Lora

Nachdem heute (= Mo. abend) bei attac-m (*) die Frage nach der LORA-Sendung zum Thema Genossenschaften (bzw. Mondragon) auftauchte - hier ist sie (MP3 ca. 13Mb 1h).

(ich war als friedenspolitischer Zaungast wg. SIKO dort)

Donnerstag, 1.12.2005    

Wandlungen des Gerechtigkeitsbegriffes

Das folgende Zitat sagt vieles aus, und ganz zeitökonomisch übernehme ichs von rtfm.
Christoph Butterwegge hat's eingeordnet, hier nur *ein* Absatz der zitierten SPD-Positionen:
»Soziale Gerechtigkeit muß künftig heißen, eine Politik für jene zu machen, die etwas für die Zukunft unseres Landes tun: die lernen und sich qualifizieren, die arbeiten, die Kinder bekommen und erziehen, die etwas unternehmen und Arbeitsplätze schaffen, kurzum, die Leistung für sich und unsere Gesellschaft erbringen. Um die - und nur um sie - muß sich Politik kümmern.«

Das ist die SPD heute, hier in den Worten von Minister Steinbrück.

Alles klar.

Spielräume nutzen, Grenzen überschreiten!

Konzeptionelles von Werner Sauerborn im Linksnet:
vorweg ... "... Ein Wählerwille, der alldem eine ziemliche Abfuhr erteilt hat. ..." wieder eine gewerkschaftliche Wahlanalyse, die mir nach Wunschdnken klingt, trotzdem, einfach diesen Anfang überlesen und dann -

Die neue ökonomische Übermacht des Kapitals ist jedoch in erster Linie ein Macht- und nicht ein Bewusstseinsproblem. Die Ideologie des Neoliberalismus ist nicht einfach nur falsches und damit leicht auszutauschendes Bewusstsein, nach dessen Aufklärung sich wieder Erfolge erstreiten ließen. Sie ist die adäquate Ideologie des entgrenzten und deregulierten Kapitalismus. Im Marxschen Sinne ist sie insoweit auch "richtiges" Bewusstsein, als sie die praktische Lebenserfahrung richtig widerspiegelt und bestätigt. Entgegen der makroökonomisch richtigen These, dass Lohnverzicht keine Arbeitsplätze schafft, machen täglich tausende ArbeiterInnen - und über die Medien vermittelt alle ArbeiterInnen - die Erfahrung, dass ihr Lohnverzicht, ihre Bereitschaft zu unbezahlter Arbeitszeitverlängerung ihren Arbeitsplatz erst einmal sicher macht. Und ihre Gewerkschaften, die ständig in Wort und Schrift das Gegenteil behaupten, haben eben dies federführend in betrieblichen Bündnissen oder per Tarifvertrag organisiert. So konstituiert sich neoliberales Bewusstsein, gegen das mit der abstrakten Propagierung des Gegenteils nicht anzukommen ist; gegen das nur anzukommen ist mit einer strategischen Antwort auf die Frage, wie unter den geänderten Bedingungen des globalisierten Kapitalismus langfristig wieder eine Handlungsfähigkeit und Durchsetzungsperspektive eröffnet werden kann.

Strategiedenken artet manchmal in Arbeit aus ;-) der Text ist natürlich länger, und man muß ihn differenziert lesen ...

Mittwoch, 30.11.2005    

G & D - das Ergebnis! (aktualisiert)

(etwas später dazugekommene Infos auf http://www.streik-gdl.de.vu/ : * Ergebnisflugblatt (PDF 36k), * Interpretationsprobleme (PDF 20k), Urabstimmung verschoben)

Bei ver.di Bayern findet sich das vorläufige Ergebnis zum Streik:

... Für die Betroffenen wurde ein gut dotierter Sozialplan ausgehandelt. So liegen die Abfindungen deutlich über einem Monatsgehalt pro Beschäftigungsjahr, dabei wird das Alter der Betroffenen berücksichtigt. Stolz ist man darauf, dass es gelungen ist, auch für die dreißig befristet Beschäftigten Abfindungen erreicht zu haben. „Die große Mehrheit der befristet Beschäftigten hat sich aktiv am Streik beteiligt. Daher ist es nur recht und billig, dass ihnen auch die Ergebnisse zugute kommen“ ...

nett: ... der Verzicht auf rechtliche Schritte gegen ver.di (eine Drohung, die ohnehin weder auf die Streikenden noch ver.di selbst Eindruck gemacht hatte).

Die Schließung Ende 2006 bleibt - niemand hat beim Streik den Eindruck erweckt, diese Schließung aufhalten zu können. Was aber hier wie bei Infineon gelang - einen Preis abzutrotzen und zu zeigen, daß diese Schließungen nicht selbstverständlich und geräuschlos über die Bühne gehen, und dies unter vermutlich deutlich härteren Bedingungen als bei Infineon.

Interessanter taktischer Aspekt: Die Firma hat sich beharrlich geweigert, direkt mit der Gewerkschaft einen "Sozialtarifvertrag" zu verhandeln (es gab aber wohl Gespräche, gleichzeitig wirkte der Druck des einschlägigen Arbeitgeberverbands im Hintergrund). Aber der Betriebsrat benennt "seine" Beisitzer zur Einigungsstelle, und dabei eben die Gewerkschaftssekretärin Sabine Pustet (Lieblingsfeindin der Streikgegner ;-) und so war die Verbindung zur Tarifkommission hergestellt ;-)

Nochmal große Anerkennung für die Aktiven und weiter trotz allem alles Gute!

Nicht vergessen: Es tut sich an vielen Orten was, einfach mal beim LabourNet vorbeischauen ...

Freitag, 25.11.2005    

Big Bang

(Link weg) Es ist Freitag, und ich greife einen Artikel heraus: Wieder vom IGM-Spezialisten Wolfgang Müller ein (Link weg) notwendiger Artikel im Freitag : "Offshoring" - Der Job-Export zerstört die Innovationskraft ganzer Volkswirtschaften ...

Der globale Job-Export sorgt weder bei den Empfängern wie in China und Indien noch bei den Absendern in Europa wirklich für mehr sozialen Ausgleich, sondern hinterlässt Millionen von Verlierern. Das gilt im wachstumsschwachen Deutschland ebenso wie in den USA, Großbritannien oder Schweden, wo nur ein Teil (die Älteren fast nie) der vom Job-Exodus Betroffenen neue Beschäftigungen findet und dabei oft geringere Einkommen hinnehmen muss.

.. also wieder mal (Link weg) den ganzen Text lesen ... ??

Donnerstag, 24.11.2005    

Die Streikenden von G & D

Sie gehen tapfer in die dritte vierte Woche (Link weg) . Klick für größeres Bild

Es ist längst klar, daß Giesecke und Devrient hier für das Ziel der ganze Arbeitgeber-Branche steht, Auslagerungen nach Gutsherrenart zum Billigtarif durchführen zu können - der kleine Standort einer allerdings großen Firma hat den Bundesverband Druck und Papier Medien gegen sich! Klar auch - die Printmedien sind im gleichen Arbeitgeberverband - also gibts in den Medien vor allem ein Totschweigen. Hier allerdings ein SZ-Artikel dazu, immerhin (die Junge Welt ist auch dabei!). Mehr "Resonanz" hier dokumentiert.

Ergänzung: Hier Medieninfo ver.di am 24.11.2005 (als PDF 20k) zur weiter vertagten Einigungsstellenverhandlung.
Öha, sogar bei bei der Sparkasse (Link weg) gibts Information .
(Link weg) Genosse Tabu erinnert daran, daß die Firma einen großen Teil der Aufträge vom Staat bekommt. Und lanu guckt nach der Leih-Streikbrecher-Firma. Passt.

Schön: Vor Beginn des unbefristeten Streiks hat das Unternehmen gegenüber der Presse verlauten lassen, dass im Falle des Streiks Liefertermine und Produktion gesichert seien. Also kann’s doch gar keinen Schaden geben.
... Nach einer Woche Streik im Drohschreiben an ver.di: „Wir weisen Sie darauf hin, dass wir uns vorbehalten, sämtlichen Schaden, der dem Unternehmen mit der Durchführung des Streiks entsteht, gegenüber ver.di und den Streikverantwortlichen geltend zu machen. ..."

spannend, nicht wahr? (zitiert von hier)

Nochmal betonen muß man natürlich: Die Streikbrecheraktivitäten der Firma sind m. E. vor allem "symbolisch" zu verstehen. Die Qualität einer Fertigung unter diesen Bedingungen sollte sich jeder selbst ausmalen können, und wer als Kunde Lieferungen mit einem solchen Fertigungsdatum akzeptiert, gehört mit Feldausfällen ohne Ende bestraft. Der Infinion-Gewerkschafter auf der G&D-Streik-Solikundgebung kürzlich berichtete jedenfalls, daß sie immer noch damit beschäftigt wären, die Ausfälle zu beseitigen, die durch die Streikbrecheraktivitäten hervorgerufen waren ...

Aber eigentlich hätte die Geschäftsführung doch die Pflicht, Schaden zu minimieren, oder? So gesehen müssten sie die Streikbrecher schleunigst selbst aus dem Verkehr ziehen ...

Der Einsatz der "Führungskräfte" als Streikbrecher wurde inzwischen als besonders kreative Innovation gewürdigt (PDF 16k):

Aus gut informierten Kreisen wurde bekannt, dass die Geschäftsführung den Einsatz der Streikbrecher gegenüber dem Beirat durchaus auch als Effizienzsteigerung darstellen wird. „Schließlich würden die Führungskräfte bei solchen Einsätzen doch erheblich weniger Schaden anrichten, wie in München und bezahlt werden müssen sie so oder so“.

Und wenn ich schon mal dabei bin - das ist kein Kommentar zum Streik ;-)
Unsere aktuellen Erfolge - Die professionelle Personalarbeit von Giesecke & Devrient GmbH wurde in diesem Jahr schon mehrfach von verschiedenen Fachgremien ausgezeichnet.

Dienstag, 22.11.2005    

Frankfurter Aktionskonferenz

Ich hatte mich ja frühzeitig festgelegt daß ich nicht nach Frankfurt kann, trotzdem ist die Konferenz dort vom vergangenen Wochenende (Link weg??) für mich sehr wichtig.

einige Statements dazu aus dem Netz:

  • Telepolis (gut daß die sich kümmern!)
  • Junge Welt
  • (Link weg) Presseerklärung attac Deutschland
  • bei Indymedia schimpft einer los - hat recht und unrecht zugleich ...

Ich möchte dran bleiben.