Kommentare aus der AMAZONAS-Box
Politik und Technik aus München - Pazifistisch
mit dem Fahrrad (Peace, cycling and more)

Datenschutz

Sonntag, 3.4.2005    

Biometrie und Zensur

für Nicht-Insider nicht ganz einfach: Staat und Industrie versuchen seit längerem, automatische Erkennungsmethoden am Menschen als "Ausweiskriterium" zu etablieren, EU und deutsche Bundesregierung haben sich m.W. da schon ziemlich festgelegt (der Überwachungs- und Polizeistaat gedeiht).

Wissenschaftler, die sich da nicht vorauseilend gleichschalten lassen, sind dabei unerwünscht:
Prof. Andreas Pfitzmann wird bei einem entsprechendem Kongress wieder ausgeladen.

Markus stellt das dar - erst mal Dank an die Engagierten.

Ich erwarte von der Bundesregierung (und dem restlichen Bundestag, mit seltenen Ausnahmen) schon lange nichts Vernünftiges mehr dazu - aber auf die Gegenwehr kommt es mir an! Deshalb:

Wenn eine staatliche Instanz wissenschaftliche Beiträge unterdrückt, nennt man das gemeinhin Zensur. Eine solche findet in Deutschland zumindest laut Grundgesetz noch nicht statt.
"Von Biometrie, Vorratsdatenspeicherung, Wissenschaft und Zensur" vollständig lesen

Gefunden hab ichs bei Isotopp - wo tatsächlich eine kontroverse Diskussion über Pfitzmanns Stil ausbrach - wobei wiederum die Kritik an der Politik Konsens zu sein scheint (bin mir da nicht so sicher):

Andreas' Kernpunkten (Biometrische Identifizierung trägt selbst unter Annahme einer brauchbaren Implementierung ein hohes inhärentes Missbrauchsrisiko. Ein Versagen sozialer, technischer, verbrechensbekämpfender oder auch gesetzgeberischer Kontrollprozesse ist in der Regel unumkehrbar.) dürften in der Community bei den meisten ohne weiteres konsensfähig sein. kommentiert dort Peter Berlich (um sich danach mit dem Stil auseianderzusetzen).

Diese Zeilen bringen in der Tat einiges auf den Punkt - und erinnern gleichzeitig daran, daß alle zur Zeit vorstellbaren Koalitionen keinerlei Gewähr dafür bieten, diesen Mißbrauch auszuschliesen.

Mittwoch, 30.3.2005    

Cebit der Schnüffler

R. Matheisen hat sich auf der Cebit umgeschaut, und seine Erlebnisse lassen grausen. "Wenn die Politik nicht endlich klare Grenzen im Sinne der Bürgerrechte zieht, leben wir bald in einem Schnüffelstaat, gegen den Orwells ehemals undenkbare Visionen plötzlich harmlos erscheinen dürften!" (via rabenhorst)

Ich will es anders sagen: Solange sich die Bürger dies alles widerspruchslos gefallen lassen, gibt es für die "Politik" keinen Grund für eine Änderung.

Feldversuch fürs Herdenvieh

rabenhorst schildert nochmal die freche Verdatung der Fußballwelt bei der WM 2006.

Nun juckt mich Fußball nicht - aber daß hier eine eiskalte Konditionierung auf intime Überwachung stattfindet ist schon sehr ärgerlich. Kauft keine Tickets! möchte man rufen, nur sieht sowas wieder nach Kampf gegen Windmühlenflügel aus.

Trotzdem. Und lest nach, s.o.

Montag, 28.3.2005    

Datenschutz .. da war doch noch was

Telepolis heise greift die Warnungen von Peter Schaar auf, der als Bundesbeauftragter für Datenschutz zum wiederholten Mal Alarm schlägt.

Neue Techniken führten dazu, "dass wir einen Datenschatten hinter uns herziehen, etwa bei der Handy-Nutzung, im Internet und beim elektronischen Bezahlen. Kein Wunder also, dass Sicherheits- und Finanzbehörden daran interessiert sind, auf diese Daten zuzugreifen und sie für ihre Zwecke zu nutzen", sagte Schaar.

Neben der unersättlichen Überwachungslust dieser (und anderer) Regierung(en) finde ich die Rabattkarten-Sammelpunktsysteme so ätzend, die ein komplettes Userprofil erstellen lassen (ebenso ärgerlich: Leute die dann die Webbasierten Wunschzettel bei solchen Firmen ablegen, schrieb ich schon).

Mittwoch, 23.3.2005    

kritischer Konsument in der IT

ist sowas zu schaffen?

Ich fürchte nicht.

*1* Google:
bei Ihren Google-News wählen sie aus - politisch ganz ungeniert: das Nazi-Pamphlet der Nationalzeitung wird ausgewertet, bestimmte linke Blätter fliegen dafür raus (siehe Kommentare bei IT&)
Weiter Minuspunkte sammelt Google bei der Inhaltssuche von Gmail - private Schnüffelei in Vollendung - und mehr, was ich hier nicht mehr ausführen kann.

Nur - als Suchmaschine scheint es wirklich am besten zu sein. Es ist ein beinahe-Monopol geworden, und ich weiß kaum Gegenwehr.

*2* Apple
Apple verfolgt Webseiten, die mit "Insider-news" die Szene unterhalten, und knacken damit gleich das halbe Internetrecht. Kann man nicht tolerieren.
Mit ihren Musikdiensten sind sie moderner als viel anderen - trotzdem ist jeder teilnehmender Rechner in ihrer Datenbank. Dazu kommt das Kreditkarten-only-Zahlmodell, wieder eine Datenbank in der die Kunden landen.
Und noch ein paar mehr Punkte.
(mit allen anderen Anbietern haben sie allerdings gemein, daß fast nur in Taiwan und Verwandschaft produziert wird :-(( )

Aber: Es gibt anderswo nicht so schöne und (!) virensichere Rechner, die OS-X-Kombination ist die ideale Entwicklerplatform (trotz einiger häßlicher Macken - ich sage nur Finder)

Also: Apple ist kein Monopol, aber für bestimmte Ansprüche gibt es fast nix anderes.

Was tun - beie Firmen verdienten es daß man sie kickt, nur schneidet man sich möglicherweise ins eigene Fleisch ...

Dienstag, 22.3.2005    

Amazon schnüffelt zu viel, kauft (wo)anders

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19712/1.html

Ich bin immer wieder wieder verdutzt, wie selbstverständlich gerade Blogger sich in die Statistik dieser Datensammler begeben, indem sie ihre Wunschlisten und Bestellungen über diesen Quasimonoplisten abwickeln. Klar - sobald man im Web publiziert, kann sich daran jeder bedienen wie eine Suchmaschine auch, aber "registrierter Kunde" ist was anderes. Insbesondere wenn das ganze Beziehungsgeflecht über die Onlinetransaktionen für die Geschäftsprozesse zur Verfügung steht ...

Von den Amis wird dazu zitiert: " ... Das könne eigentlich gar nicht mehr überraschen, sei Amazon doch für seine rigiden Schnüffelmethoden seinen Kunden gegenüber bekannt. Neu sei allerdings, dass jetzt vornehmlich Kinder ins Visier der Amazon-Strategen geraten würden. ... "

Ach ja - Amazonas kann nix für die Namensverwandschaft. Hier steht etwas dazu, wie der Name dieser Site hier entstand.

Sonntag, 13.3.2005    

Vertrauensselig im Web

Markus Hammerschmitt schwärmt bei Telepolis vom flickr.com-Bilderdienst, von dem er selbst gerne Gebrauch macht.

Was mich dabei stört, ist die - ich fürchte - unreflektierte Akzeptanz von "client-seitigem Skripting", konkret Javascript- bei flickr und sonstwo. Ich sehe schon, meine "Javascriptfreie Zone" sieht nach Kampf gegen die Windmühlenflügel aus.

Ich hab hier schon mal versucht, ein paar Punkte zusammenzutragen. Am wichtigsten scheint mir, daß man vie Javascript einer Webseite erlaubt, fremden Code auf dem eigenen Rechner auszuführen, was etwas anderes ist als das was der Browser sonst darf. Insbesondere bekommt die Javascriptengine sehr viele Informationen über den Rechner - und kann sie ungebremst der anfragenden Webseite übermitteln - die ohne Javascript nicht zugänglich wären.

Das ist der tiefere Grund für die häufige Aufforderung "Bitte schalten Sie Javascript ein" (im höflichen Fall; oft bleibt die Seite einfach leer).

Ich bleibe dabei - freiwillig kein Javascript. Vielleicht finde ich gelegentlich doch Unterstützung?

PS: bei flickr.com bleibt die Seite nicht leer, eine Minimalansicht ist auch ohne JS möglich, immerhin. Aber ohne JS ist man doch nicht richtig dabei :-(

Polizei- und Überwachungsstaat

Hier eine Meldung dazu (als ein Beispiel unter vielen möglichen) bei der Netzzeitung:
"Zwölf Monate lang will Innenminister Schily alle Kommunikationsdaten der Bürger speichern lassen ..."
Europa als Vorwand - lach.

Dafür haben sie fast unbegrenzt Geld. Der Sozialstaat wird abgeschafft. Und das Publikum? Gute Miene zum bösen Spiel?

Die Terrorbekämpfung als Vorwand:

aber, können wir denn diesem Staat trauen? Das NPD-verbot scheiterte daran, daß die halbe NPD unterwandert war durch Staatsfinanzierte - war das Bekämpfung der Faschisten oder nicht eher "Benutzung" derselben für eigene politische Zwecke?

Das "Celler Loch" sollte nicht vergessen werden. Die "Undercoveraktionen" beim CIA sind sehr selten bekannt geworden. Können wir denn annehmen, die Schlapphüte aus Pullach sind zimperlicher?

Die lückenlose Profilierung der Gesellschaft durch den Staatsapparat hat vor allem die politische Funktion der Machtsicherung. Wir erkennen es unter anderem daran, wie die Polizei bei Aktionen eine bösartige Datensammelei betreibt, und eine Löschung praktisch nicht kontrollierbar ist. Auffälligste Ergebnisse bisher:
- Reiseverbote bei bestimmten Anlässen
- Vorwand bei Aktionen, jemanden voreilig zu beschuldigen.

Alles nicht im Geringsten gerechtfertigt, aber nur mit aufwendigen Gerichtsprozessen, wenn überhaupt, wieder zu bremsen.

nein, dieser Staat ist nur manchmal, mit etwas Glück, der Rechtsstaat, der er vorgibt zu sein. Ja, es kommt vor - aber darauf verlassen können wir uns leider nicht mehr.

Donnerstag, 10.3.2005    

Der totale Überwachungsstaat

... scheint nicht mehr aufzuhalten:

im Heise-Ticker gelesen:
"Die Gesundheitskarte als Universal-ID
 
Das Bundeskabinett hat auf seiner heutigen Sitzung eine neue eCard-Strategie beschlossen. Die elektronische Gesundheitskarte mit digitaler Signatur und lebenslang gültiger Versicherungs-ID soll auch als digitaler Personalausweis und als Signaturkarte für das e-Government, etwa für Steuererklärungen zum Einsatz kommen. Die einheitliche eCard-Strategie wird vom Wirtschafts-, Innen-, Gesundheits- und Finanzministerium unterstützt und soll in Deutschland flächendeckend zum Einsatz kommen. ..."

Rot-Grün ist schlimmer denn ja, auch wenn "die anderen" nicht besser wären.

Freitag, 18.2.2005    

DIE RAVEN HOMEPAGE

Diesen Link hab ich auf der IMC-(Indymedia)-Mailingliste aufgegabelt:

  kai.iks-jena.de

Für Privacy und Datenschutz kann man nicht genug tun, drum hier die Empfehlung: angucken.

inzwischen etwas reservierter: die benutzen PAYPAL :-(( ... ich glaub in die "Dauerliste" nehem ich den Link nicht auf, das hier muß genügen.

Montag, 7.2.2005    

Der Bock wird Gärtner

so titelt MacGuardians zutreffend, als sie sich mit de Deal von Gates und Clement befassen.

Es kann einem schon wieder Angst und bang werden, mit welcher Skrupellosigkeit das Publikum für dumm verkauft wird.

Immerhin, der Artikel bei MacGuardiens tröstet etwas, aber sie fragen sich auch:

Das dürfen wir uns nochmal auf der Zunge zergehen lassen. Microsoft, das regelmäßig patches für seinen löchrigen Systemteppich bastelt, macht sich zum Retter des deutschen Internetnutzers. Womit haben wir das verdient?! Was haben wir falsch gemacht?!

Donnerstag, 3.2.2005    

"1984": Den Bildschirm an der Wand ...

... nein, hier ist nicht vom Mac-Video die Rede. Die ARD berichtet im Web über die Pläne der Telekom, den Markt der Breitbandanschlüsse weiter zu dominieren, mit großem Bildschirm in der Wohnung. Nicht von Ungefähr folgt die Assoziation zu den Installationen in Orwells Darstellung:
" ... eine Breitbandverbindung mit Kameras und der oben erwähnte Riesenbildschirm ... "

"Anders gesagt: Während die Telekom noch vor zehn Jahren in Gestalt analoger Telefone nur eine Nebenrolle im Wohnzimmer spielte, will sie nun ins Zentrum rücken und sich unentbehrlich machen." heißt es dann.

Besonders apart: " ..Für die Technik weiß sie [Telekom] Siemens und Microsoft auf ihrer Seite, ..."

Also: Endlich freie Bahn für Viren, Trojaner, und umfassende Spysoftware in alle Haushalte ... jetzt auf Ihrem Computer (solange der Microsoft fährt) - in Zukunft auch in ihrem übrigen Leben!

(hier ist jedenfalls msfree.gif Micro$oft-freie Zone :-)

Dienstag, 1.2.2005    

Verschlüsseln ist in - ich kanns auch

... und folglich gibts hier meinen Public Key

allerdings: ich hab selber noch keine nennenswerte Erfahrung damit!
Trotzdem - macht was draus.

Mein "Public Key" -Update 2016

Hier ist er, mein "Öffentlicher Schlüssel" - bedient Euch ;-)
-----BEGIN PGP PUBLIC KEY BLOCK-----
Version: GnuPG v1.2.4 (Darwin)


Vorbei ... kaum dass ich ihn definierte, hab ich damals den geheimen Teil verschmissen .. erst 2015 gabs einen Neuen! Kommmt erst noch online.
=YX3Q
-----END PGP PUBLIC KEY BLOCK-----
Freitag, 21.1.2005    

Versicherungen wollen Gentest, nur nicht sofort

Bei Telepolis gefunden:
Der Entwurf des Gendiagnostikgesetzes sieht ausdrücklich vor, dass Versicherungen in Deutschland künftig keinen Einblick in Gentestergebnisse erhalten sollen. Regenauer, gleichzeitig Vorsitzender der Arbeitsgruppe "Genetische Testmethoden" des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), hat erhebliche Einwände dagegen: "Wir stehen erst am Anfang einer faszinierenden Entwicklung, deren Ausgang derzeit nicht bestimmbar ist. Gentests werden dabei eine wichtige Rolle spielen."
...
Der Patient solle kein "Insiderwissen" aus den Gentestergebnissen haben und sich damit Vorteile auf Kosten der Gemeinschaft der Versicherten verschaffen, sagt Regenauer.
Die Versicherungen sind großzügig - noch bis 2011 verzichten sie freiwillig auf Einblick in Ergebnisse aus Gentests. Kunststück - die Entwicklung läuft ja noch, und die sollen andere finanzieren, die will man doch nicht aufhalten ...
Sonntag, 9.1.2005    

Mailinglisten? Bitte werbefrei!

Die Freunde von der IMI (Informationsstelle Militarisierung) tun richtigerweise eine Menge für die Kampagne gegen die EU-Militarisierung.

Hier haben sie mich auf dem falschen Fuß erwischt: Sie richten eine Mailingliste ein, und greifen auf Yahoo zurück.

Da mache ich zumindest nicht mit. Dienstleister die Cookies verlangen und per Werbeanteil den Spamfiltern die Arbeit erschweren sind für mich kein Weg (treffenderweise mußte ich die "Einladung" zu dieser Liste extra aus meinem Spamfilter fischen). Es gibt Bessres; ich sehe zwar ein, daß zwei Knopfdrücke zum Loslegen sehr verlockend klingen, denke aber: Die Arbeit, die man glaubt sich beim Einrichten sparen zu können, trifft dann die Benutzer, und wenn es nur drum geht die Werbung wegzuschmeißen.

Beim Münchner Sozialforum hat es auch geklappt (danke!), die haben jetzt eine "richtige Mailingliste" (die "attacies" auch), die ich gerne benutze.

Eine andere lästige Erfahrung: Für die E-Mailadresse wg. Gegenaktionen Münchner NATO-Sicherheitskonferenz wurde eine neue Adresse gesucht, die nicht "nur einem der Beteiligten" gehört. Prompt landete man bei einem gmx-Account. Ich "darf" den mit lesen (gegensiko@gmx.de) - und, nachdem ich nun die Benutzerseite davon kenne, wundere ich mich, warum sich Leute sowas freiwillig antun. Ahnungslose Einsteiger - da kann das mal passieren, aber daß Freunde die es besser wissen müssten so was einführen? Grummel.